Einmal durch Boston und hinaus ans Ende der Welt
Unsere Route führte uns zunächst quer durch Massachusetts und sogar mitten durch Boston hindurch. Für eine ausführliche Stadtbesichtigung entschieden wir uns diesmal allerdings nicht. Unser Ziel lag weiter draußen: Cape Cod.
Je weiter wir auf die langgezogene Halbinsel hinausfuhren, desto deutlicher wurde allerdings, dass Freistehen hier wesentlich schwieriger werden würde als noch in New Hampshire.
Die Auswahl an kostenlosen oder zumindest preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten war ziemlich überschaubar. Vieles lief über State Parks beziehungsweise State Forests, und insbesondere als Nicht-Resident waren die Gebühren teilweise recht sportlich.
Also beschlossen wir, gar nicht erst lange nach Zwischenlösungen zu suchen, sondern direkt bis ganz nach draußen nach Provincetown durchzufahren.
Unser eigentliches Ziel war ohnehin klar:
Outer Beach!
Direkt mit dem Mog auf den Strand fahren, irgendwo abseits stehen und dort übernachten – genau so hatten wir uns Cape Cod vorgestellt.


Outer Beach Permit – erst einmal die Bürokratie
Ganz so einfach war es natürlich nicht.
Für das Befahren des Outer Beach mussten wir zunächst ein entsprechendes Permit erwerben. Da wir dort auch mit unserem Fahrzeug übernachten wollten, musste der Mog als vollständig autarkes beziehungsweise self-contained vehicleanerkannt werden.
Also wurde überprüft beziehungsweise abgefragt, ob wir alles Notwendige an Bord hatten: fest eingebaute Frisch-, Grau- und Schwarzwassertanks, Toilette, entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten und natürlich die vorgeschriebene Ausrüstung für das Befahren des Strandes.
Dazu gehören unter anderem Schaufel, Reserverad, Wagenheber sowie weitere Bergungs- und Sicherheitsausrüstung.
Für uns kein wirkliches Problem – schließlich schleppen wir ohnehin gefühlt eine halbe Werkstatt mit uns durch Nordamerika.
Nach erfolgreicher Prüfung konnten wir schließlich unser für ein Jahr gültiges Permit erwerben. Preislich lagen wir dafür bei rund 200 Dollar.
Jetzt konnte es also losgehen.
Dachten wir.
Kleine Vögel mit großer Wirkung
Der Weg zum ersehnten Strandplatz endete nämlich zunächst vor einer Sperre.
Der Grund dafür waren einige sehr kleine, aber streng geschützte Bewohner von Cape Cod: insbesondere Piping Plovers, auf Deutsch Amerikanische Sandregenpfeifer, sowie Least Terns, Amerikanische Zwergseeschwalben.
Beide Arten brüten direkt im Sand beziehungsweise im Bereich der Dünen und Strände. Gerade im Juni und Juli werden deshalb Abschnitte des Off-Road-Korridors gesperrt, wenn dort Nester liegen oder noch nicht flugfähige Jungvögel unterwegs sind.
Ausgerechnet in dem von uns gewünschten Strandabschnitt war genau das der Fall.
Die Vögel brüteten noch beziehungsweise ihre Jungen waren noch nicht flügge – und damit war für uns erst einmal Schluss.
Permit vorhanden.
Mog vorhanden.
Strand vorhanden.
Nur hinfahren durften wir nicht.
Natürlich ist der Schutz der Tiere vollkommen nachvollziehbar. Für unsere Reiseplanung war es trotzdem etwas ärgerlich.
Werkstatt mit Meerblick – der MAXXFAN kommt ins Dach
Zum Glück zeigte man sich vor Ort ausgesprochen unkompliziert. Wir durften für einige Nächte auf einem großen Parkplatz beim Besucher- beziehungsweise Tourismusbereich stehen und dort auf die weitere Entwicklung warten.
Also machten wir das Beste daraus.
Und wenn man schon mehrere Tage mehr oder weniger zwangsweise an derselben Stelle steht, kann man schließlich auch etwas Sinnvolles tun.
Zeit für den neuen MAXXFAN Deluxe.





Das Problem bei solchen Arbeiten an einem Expeditionsmobil ist nur: Irgendwann kommt der Moment, in dem man eine funktionierende und vor allem wasserdichte Außenhaut nimmt – und absichtlich ein großes Loch hineinmacht.
Ein Moment, der auch nach vielen Umbauten nicht unbedingt angenehmer wird.
Also wurde ausgemessen, angezeichnet und schließlich das Dach des Mogsters mit der Flex geöffnet. Dabei entstand erwartungsgemäß eine gewaltige Sauerei. Metallstaub, Späne und Schleifreste überall – aber irgendwann war die Öffnung passend ausgeschnitten.
Anschließend wurde alles sauber angepasst, vorbereitet, verklebt und abgedichtet.
Danach hieß es vor allem:
Nicht mehr bewegen.
Die Verklebung musste schließlich vernünftig aushärten und absolut dicht werden. Deshalb blieben wir noch weitere zwei Tage ruhig auf unserem Parkplatz stehen.
Der Aufwand hat sich gelohnt. Seitdem sorgt der MAXXFAN mit Fernbedienung für wesentlich bessere Luftzirkulation im Aufbau – gerade bei den hochsommerlichen Temperaturen in den USA eine sehr willkommene Verbesserung.
Planänderung: Dann eben erst New York
Nach einigen Tagen erkundigten wir uns erneut nach der Situation am Outer Beach.
Leider keine Änderung.
Die kleinen Strandbewohner machten keinerlei Anstalten, unsere Reiseplanung zu berücksichtigen und waren immer noch nicht flügge. Der gewünschte Bereich blieb gesperrt.
Also änderten wir kurzerhand unsere Pläne.
Statt noch länger auf Cape Cod zu warten, würden wir zunächst nach New York City fahren, uns Manhattan ansehen und anschließend wieder zurückkommen.
Bis dahin, so unsere Hoffnung, würden die Jungvögel vielleicht flügge sein und der Strand wieder geöffnet werden.
Also: Kurs New York.

