25.06. – 27.06.2026 – Küstenstraßen, Waldabenteuer und Cape Spencer Lighthouse
Nach unseren beeindruckenden Tagen an der Bay of Fundy führte uns die Reise zunächst durch den Fundy National Park. Ehrlicherweise blieb die Fahrt dort etwas hinter unseren Erwartungen zurück. Die Landschaft ist zwar schön und gepflegt, doch nach den spektakulären Gezeiten und den Felsformationen der vergangenen Tage fehlte uns ein wenig das gewisse Etwas.
Ganz anders präsentierte sich dagegen der Fundy Trail Parkway.






Die rund 30 Kilometer lange Panoramastraße schlängelt sich hoch über der zerklüfteten Küste entlang und bietet immer wieder fantastische Aussichtspunkte auf die Bay of Fundy. Tief eingeschnittene Schluchten, tosende Wasserfälle, dichte Wälder und steile Klippen wechseln sich ständig ab. Für die Tagesgebühr von 15 kanadischen Dollar erhält man Zugang zu zahlreichen Aussichtsplattformen, Wanderwegen und Picknickplätzen – aus unserer Sicht jeden Dollar wert.
Natürlich wäre unsere Reise nicht komplett, wenn wir anschließend einfach einen normalen Stellplatz angesteuert hätten.
Also begann erneut die Suche nach dem perfekten Übernachtungsplatz.
Die Karten versprachen einen abgelegenen Waldweg mit Zugang zur Küste. Genau unser Beuteschema.
Aus dem zunächst harmlos wirkenden Forstweg wurde jedoch schnell eine kleine Offroad-Expedition. Die Wege wurden immer schmaler, Äste streiften den MogStar von beiden Seiten und immer wieder mussten tiefe Wasserlöcher durchquert werden. Nach rund acht Kilometern war schließlich Schluss.
Vor uns wurde der Weg so eng und ausgefahren, dass selbst unser Unimog kapitulieren musste.
Also blieb nur eine Lösung: alles wieder rückwärts beziehungsweise auf engstem Raum wenden und die komplette Strecke zurückfahren.
Manchmal gehört eben auch das dazu, wenn man den “perfekten” Stellplatz sucht.
Am Ende landeten wir schließlich am Cape Spencer Lighthouse – und waren im Nachhinein sogar froh darüber.



Der Leuchtturm thront hoch über den Klippen am Eingang zur Bay of Fundy und bietet fantastische Ausblicke auf den Atlantik. Gerade zum Sonnenuntergang entsteht hier eine ganz besondere Stimmung, wenn das warme Licht die Steilküste in goldene Farben taucht.
26.06.2026 – Einfach einmal nichts müssen
Nach den vielen Fahrkilometern der vergangenen Wochen gönnten wir uns einen echten Relax-Tag.
Direkt vom Leuchtturm führt der Wilson Trail durch den dichten Küstenwald. Der Weg schlängelt sich zwischen uralten Bäumen hindurch und eröffnet immer wieder schöne Blicke auf die steilen Klippen und das Meer.
Es tat gut, einfach einmal ohne Zeitdruck unterwegs zu sein. Kein Ein- oder Auspacken, keine langen Fahrstrecken, keine Einkaufslisten – nur Natur, frische Seeluft und das beruhigende Rauschen des Windes in den Baumwipfeln.
Genau diese Tage machen für uns den besonderen Reiz des Reisens aus.
Ab 27.06.2026 – Kurs auf Québec
Am nächsten Morgen verabschiedete sich die Bay of Fundy standesgemäß mit dichtem Nebel. Teilweise waren nur wenige Meter Sicht vorhanden, sodass die Küstenlandschaft zunächst völlig im Grau verschwand. Gemeinsam mit einem landestypische Highlight – einer überdachten Brücke, wechselte auch die Lichtsituation.




Unser Ziel war nun die Provinz Québec.
Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp an den Grand Falls ein. Der mächtige Wasserfall des Saint John River stürzt hier rund 23 Meter in eine enge Felsschlucht und zählt zu den eindrucksvollsten Wasserfällen der Atlantikprovinzen. Eine Hängebrücke führt direkt über die Schlucht und vermittelt eindrucksvoll, welche Kraft das Wasser hier entwickelt.

Für die Nacht fanden wir schließlich einen wunderbar ruhigen Stellplatz direkt an einem Fluss in der Nähe von Madawaska. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage genossen wir die friedliche Atmosphäre und lauschten am Abend lediglich dem leisen Rauschen des Wassers.
30.06. – 01.07.2026 – Mitten im Nichts am Rivière-à-Pierre
Wer glaubt, wir hätten inzwischen alles erlebt, kennt die Insektenwelt Québecs noch nicht.
Unser Stellplatz am Rivière-à-Pierre war landschaftlich eigentlich ein absoluter Traum. Mitten in der Wildnis, direkt an einem glasklaren Fluss und weit entfernt von jeder Ortschaft.
Der Fluss beeindruckte durch seine enorme Strömung. Selbst geübte Schwimmer hätten hier kaum eine Chance gehabt, gegen das Wasser anzukommen.





Leider hatte die Natur noch eine zweite Überraschung für uns vorbereitet.
Offenbar war der Platz gleichzeitig das jährliche internationale Treffen sämtlicher Moskitos, Black Flies, Stechmücken, Bremsen und weiterer fliegender Blutsauger Kanadas.
Sobald man den MogStar verließ, dauerte es nur Sekunden, bis sich die ersten Insekten auf ihre nächste Mahlzeit freuten.
Doch selbst im Fahrzeug fanden wir keine vollständige Ruhe. Trotz Moskitonetzen gelang es immer wieder einigen besonders hartnäckigen Exemplaren, den Weg ins Innere zu finden. Die Nacht entwickelte sich zu einem ständigen Wechsel zwischen Froschkonzert vor dem Fenster und Mückenjagd im Innenraum.
Am nächsten Morgen waren wir uns erstaunlich schnell einig:
So idyllisch der Platz auch war – zwei Nächte reichen vollkommen.
01.07. – 03.07.2026 – Flucht Richtung Montréal
Unsere Flucht führte uns weiter Richtung Montréal.
Bei Trois-Rivières fanden wir einen Campingplatz direkt am Fluss und beschlossen spontan, gleich zwei Nächte zu bleiben.
Endlich konnten wir wieder einmal draußen sitzen, ohne permanent von einer ganzen Insektenarmee belagert zu werden.
Dafür zeigte sich nun der kanadische Sommer von seiner heißen Seite. Tagsüber kletterte das Thermometer auf rund 32 Grad, nachts kühlte es kaum unter 23 Grad ab.
Zum Glück verfügte der Campingplatz über einen herrlichen Naturbadesee, der für die nötige Abkühlung sorgte. Nach den vergangenen Nächten inmitten der Insektenplage fühlte sich dieser Zwischenstopp fast wie ein kleiner Wellnessurlaub an.
Ausblick
Als Nächstes wartet eine der spannendsten Städte Kanadas auf uns.
Montréal verbindet französisches Flair mit nordamerikanischem Großstadtleben und gilt als kulturelles Herz Québecs.
Außerdem hoffen wir, dass unsere Amazon-Bestellungen den Campingplatz rechtzeitig erreichen. Nach den ersten Wochen auf Reisen hat sich bereits eine kleine Wunschliste angesammelt – und wie jeder Expeditionsreisende weiß, kann die pünktliche Lieferung eines Ersatzteils oder Zubehörs manchmal fast genauso spannend sein wie die nächste Sehenswürdigkeit.

