September 2026
Ankommen im Norden der Stadt
Bevor wir am Freitagabend unseren Campground erreichten, fuhren wir noch einige Meilen durch New Orleans, um unsere vorbestellte Kühlbox bei Best Buy abzuholen. Die Bestellung lag bereits zurecht, sodass wir uns nach kurzer Abholzeit auf den Weg zum Schlafplatz machen konnten.
Für unseren Aufenthalt hatten wir bewusst eine Marina im Norden der Stadt gewählt. Sie war deutlich günstiger als der Stellplatz direkt beim French Quarter und vor allem wesentlich ruhiger. Der zentrumsnahe Platz liegt unmittelbar an der Interstate 10 – vermutlich wäre dort auch nachts für reichlich Verkehrslärm gesorgt gewesen.
Mit dem eingesparten Geld konnten wir uns allein für zwei Nächte die Uber-Fahrten ins Zentrum und zurück sowie den ersten Drink auf der Flaniermeile leisten. Wir saßen im „The Buns“, einem der wenigen Plätze, an denen sich das aufregende Treiben auf der Straße bequem im Sitzen beobachten lässt.

Unsere ersten Uber-Fahrten
Uber nutzten wir in New Orleans zum ersten Mal. Die Organisation überzeugte uns sofort: Die Kommunikation lief reibungslos, die Wartezeiten lagen jeweils unter acht Minuten. Name und Foto des Fahrers wurden vorher angezeigt. Gleichzeitig konnten wir und der Fahrer unsere jeweiligen Live-Standorte verfolgen, sodass das Treffen am vereinbarten Punkt problemlos funktionierte. Die Preise empfanden wir als moderat bis günstig.
So verlief unser zweiter Abend in New Orleans trotz des Ausflugs ins dichteste Getümmel des French Quarter vollkommen entspannt.
Das French Quarter
Im French Quarter gab es unglaublich viel zu sehen und zu erleben. Dort begegneten uns die unterschiedlichsten Gestalten, und fast alle schienen in bester Partylaune zu sein. Gleich mehrere Hochzeiten bekamen wir mit – als Straßenumzug und vor beziehungsweise in einer Kirche. Dazu kamen Musik, Gespräche, Bars, Restaurants und die für New Orleans typische Mischung aus Alltag und Feststimmung.
Youtube-Video (Hochzeitsumzug) https://youtu.be/EYNMqpcylY0
Das French Quarter, offiziell Vieux Carré, ist der älteste Stadtteil von New Orleans. Die Franzosen gründeten New Orleans 1718; der Stadtplan des Viertels wurde ab 1722 in einem regelmäßigen Raster angelegt. Nach der französischen Zeit prägte die spanische Herrschaft das Viertel ebenfalls stark. Zwei große Brände im späten 18. Jahrhundert führten dazu, dass viele Gebäude mit spanisch beeinflussten Bauweisen wiederaufgebaut wurden. So erklärt sich die Mischung aus französischen, spanischen, kreolischen und später amerikanischen Elementen: schmiedeeiserne Balkone, Innenhöfe, farbige Häuser und enge Straßen gehören heute zum unverwechselbaren Bild.










Youtube-Video Streetlive: https://youtu.be/ZF9IdrDU05k
New Orleans, Louisiana und der Mississippi
New Orleans liegt am Mississippi kurz vor dessen Mündung in den Golf von Mexiko. Die Lage machte die Stadt früh zu einem wichtigen Tor in das riesige Fluss- und Handelsgebiet Nordamerikas. Der Mississippi war Verkehrsweg, Wirtschaftsfaktor und zugleich ein ständiger Teil der Landschaft, die von Wasser, Sedimenten, Sümpfen und Überschwemmungsrisiken geprägt ist.
Der Name Louisiana erinnert an den französischen König Ludwig XIV. Nach französischer und spanischer Kolonialzeit kam das Gebiet 1803 durch den Louisiana Purchase an die Vereinigten Staaten. New Orleans blieb dabei eine Stadt mit vielen kulturellen Schichten: französische und spanische Traditionen, kreolische Lebenswelten, afrikanische Einflüsse, karibische Verbindungen und die Musikgeschichte der Stadt wirken bis heute zusammen.
Gerade im French Quarter war diese Geschichte für uns unmittelbar spürbar. Die historischen Fassaden bilden nur die Kulisse; lebendig wird das Viertel durch die Menschen auf den Straßen, die Musik, die Hochzeitszüge und die besondere Selbstverständlichkeit, mit der in New Orleans gefeiert wird.





Ein Abend im Café Pontalba
Zum Abschluss gab es für mich noch ein typisch louisianisches, Cajun- und kreolisch geprägtes Abendessen im Café Pontalba, direkt neben der St. Louis Cathedral am Jackson Square. Das Restaurant liegt in den historischen Pontalba Buildings und ist für klassische kreolische Küche und den Blick auf den Platz bekannt. Für uns war es ein passender Abschluss: ein Essen mitten im historischen Zentrum, während draußen das Leben weiterlief.
Zurück zum Schlafplatz ging es wieder mit Uber – inzwischen in gewohnt zuverlässiger Manier.
Zwei weitere Nächte am Wasser
Der RV-Park der Marina gefiel uns so gut, dass wir kurzerhand um zwei Nächte verlängerten. Dafür bekamen wir einen auf Superior-Niveau aufgewerteten Platz direkt am Wasser. Vor unserer Tür konnten wir nun Seevögel, den Schiffs- und Marinaverkehr und den Flugverkehr beobachten.
Wie so oft in den vergangenen Wochen lag auch diesmal ein kleiner Flughafen in direkter Nachbarschaft. Neben Propellermaschinen sahen wir Learjets und deutlich größere Flugzeuge. Nach Lage und Verkehrsart handelte es sich sehr wahrscheinlich um den New Orleans Lakefront Airport, einen Flughafen für allgemeine, geschäftliche und Flugtaxi-Verkehre am Lake Pontchartrain. Der Flughafen ist damit ein Teil jener besonderen Mischung aus Wasser, Hafen, Stadt und Luftverkehr, die unseren Aufenthalt im Norden von New Orleans prägte.



Als nächstes wollen wir mindestens zwei, vielleicht auch drei Nächte bleiben und uns evtl. intensiver in das Nachtleben und die musikalische Szene von New Orleans hineinbegeben bevor es weiter Richtung Texas geht.


