Von Sebastian Inlet nach Grayton Beach

September 2026

Sebastian Inlet State Park

Am 16. September ging es weiter zum Sebastian Inlet State Park. Wir blieben dort drei Nächte. Der Park liegt auf einer schmalen Barriereinsel zwischen dem Atlantik und der Indian River Lagoon. Der Sebastian Inlet verbindet beide Gewässer; dadurch treffen hier Meereswasser und das brackige Wasser der Lagune aufeinander.

Auch geologisch ist diese Lage interessant. Die Küste besteht aus jungen, unverfestigten Sandablagerungen der Atlantischen Strandterrasse. Darunter liegen ältere Ablagerungen der Hawthorn-Gruppe; darüber finden sich unter anderem Sand und Muschelmaterial der pleistozänen Anastasia-Formation. Wind, Wellen, Gezeiten und die ständige Verlagerung von Sand formen die Insel bis heute.

Besonders schön war die Tierwelt. Wir sahen Pelikane, die dicht über dem Wasser entlangglitten. In und um den Inlet leben außerdem zahlreiche Fische, Delfine, Reiher, Seeschwalben, Fischadler und andere Küsten- und Zugvögel. Auch Meeresschildkröten nutzen die Strände zur Eiablage. Mantas hätten mit etwas Glück ebenfalls gesichtet werden können, bei unserem Aufenthalt blieb es aber bei dieser Möglichkeit.

Eine ruhige Nacht bei Fort White

Am 19. September fuhren wir weiter in Richtung Grayton Beach State Park. Nach ungefähr 400 Kilometern legten wir eine Übernachtungspause am Parkplatz des Trail-Eingangs zum Fort White Mitigation Park Wildlife and Environmental Area ein. Dort verbrachten wir eine ausgesprochen ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen ging es noch einmal knapp 400 Kilometer weiter bis zum Grayton Beach State Park.

Sechs Nächte in Grayton Beach

Grayton Beach gefiel uns sofort. Die Stellplätze waren groß und komfortabel und verfügten über alle üblichen Hookups. Sogar eigene Pfosten zum Spannen einer Wäscheleine gab es. In den State Parks ist es normalerweise nicht erwünscht, dafür die Bäume zu benutzen.

Der Weg vom Campground zur Küste war mit etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg allerdings recht weit. Nikola mietete deshalb für einige Tage eine Art Golfcart. Damit konnten wir mehrmals am Tag zum Strand fahren, schwimmen gehen und die Sonne genießen. Nach den ersten drei Nächten verlängerten wir um weitere drei auf den letzten noch verfügbaren Platz.

Abends entstanden am Strand eindrucksvolle Bilder. Oft zogen gewitterartige Wolken auf, manchmal zeichneten sogar Blitze ihre hellen Linien in den Himmel. Die Küste, das Licht und die Wolkenformationen boten immer wieder neue Motive.

Grayton Beach schützt eine ungewöhnliche Landschaft aus Dünen, Kiefernwäldern, Feuchtgebieten und mehreren Küstendünenseen. Western Lake, Alligator Lake und Little Redfish Lake gehören zu den seltenen coastal dune lakes, die weltweit nur an wenigen Küsten vorkommen. An den Stränden leben zahlreiche Küstenvögel; Meeresschildkröten nutzen sie zur Eiablage. In den Dünen kommt außerdem die bedrohte Choctawhatchee beach mouse (Küstenmaus) vor.

Kühlschrank und Abwassertanksensor

Auch am Mogstar gab es wieder Arbeit. Unser Kühlschrank war wegen Überladung vereist, die Lüfter waren festgefroren. Das komplette Abtauen und Trocknen erledigten wir diesmal in etwa anderthalb bis knapp zwei Stunden. Danach lief der Kühlschrank wieder einwandfrei. Zusätzlich bestellten wir eine aktive Kühl- und Eisbox, die wir am nächsten Stopp in New Orleans abholen wollen. Damit sollten sich größere Mengen frisches oder tiefgefrorenes Hundefutter besser lagern lassen.

Außerdem zeigte der Sensor des Abwassertanks selbst bei leerem Tank noch 30 Prozent an. Bei der Fehlersuche spülte ich den Tank mehrfach und baute schließlich den Messstab aus. Am unteren Ende hatten sich Haare als ein richtiges Knäuel verfangen. Dadurch wurde der elektrische Messstrom gestört. Nach gründlicher Reinigung und dem Wiedereinbau funktionierte der Sensor wieder zuverlässig.

Ausblick

Als Nächstes geht es nach New Orleans. Dort wollen wir mindestens zwei, vielleicht auch drei Nächte bleiben und uns das Nachtleben und die musikalische Szene der Stadt anschauen.

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