Nach der erfolglosen Suche nach einem geeigneten Platz in den Bergen erreichten wir Avanos – weniger aus Planung, mehr aus Notwendigkeit. Bei einem Wohnwagen- und Wohnmobilhändler fanden wir schließlich einen Platz, der uns aufnahm. Kein klassischer Campingplatz, aber genau das, was wir jetzt brauchten: einen festen Standplatz, Strom und zumindest eine funktionierende Wasserstelle.
Alles andere war eingefroren. Abflüsse, Toiletten, Duschen, Waschmaschine – unbrauchbar. Der Winter hatte die Region fest im Griff. Temperaturen bis minus 15 Grad, kein Tauwetter in Sicht. Also stellten wir uns um. Nicht weiterfahren, nicht improvisieren, sondern ankommen.
Der Alltag veränderte sich spürbar. Wasser wurde zur knappen Ressource, jede Bewegung draußen gut überlegt. Morgens begann der Tag nicht mit Aufbruch, sondern mit einer Kontrolle: Heizung, Strom, Wasser – erst dann Kaffee. Der Unimog stand still, nicht aus Schwäche, sondern aus Vernunft. Fahren bedeutete Risiko, Stillstehen bedeutete Kontrolle.
Drinnen war es warm genug, draußen klirrend kalt. Lüften wurde zur kurzen, gezielten Aktion, Kochen zum festen Tagespunkt. Die Zeit verlor ihre Eile. Tage wurden durch Routinen gegliedert, nicht durch Kilometer.
Avanos war kein Ort, den wir uns ausgesucht hatten – aber einer, der uns erlaubte, zur Ruhe zu kommen. Der Winter bestimmte das Tempo, und wir lernten, es anzunehmen. Auch das ist Reisen: nicht weiterkommen, sondern handlungsfähig bleiben.



