Auf dem Weg nach Süden legten wir einen Zwischenstopp in Bad Tölz ein. Kein spontaner Halt, sondern ein bewusst gesetzter Punkt auf der Route. Für den folgenden Tag war ein Termin bei Matthias angesetzt – Metallbauer aus Leidenschaft und jemand, bei dem man sofort merkt, dass er nicht einfach nur Teile herstellt, sondern Lösungen sucht.
Geplant war die Anprobe erster Prototypen für Schleppschäkelhalterungen: vorne und hinten jeweils zwei, gefertigt aus massivem Stahl. Matthias hatte auf Basis von Fotos und Maßangaben bereits erste Modelle per 3D-Druck aus Kunststoff hergestellt. Diese dienten nicht der Stabilität, sondern der Passgenauigkeit – eine Art Trockenübung, bevor es ernst wird.
Am Unimog zeigte sich schnell, wo noch nachjustiert werden musste. Kleine Änderungen, andere Radien, ein paar Millimeter hier und dort. Nichts Dramatisches, aber genau die Details, die später darüber entscheiden, ob etwas einfach funktioniert oder dauerhaft nervt. Vereinbart wurde gleich ein weiterer Stopp auf der Rückreise, um die dann modifizierten Halterungen erneut anzuprobieren, bevor sie endgültig in Stahl umgesetzt werden.
Der restliche Nachmittag gehörte dann wieder dem Reisen. Ein ausgedehnter Spaziergang entlang der Isar, klares Wasser, ruhige Wege, spätes Licht. Von einem Aussichtspunkt oberhalb des Städtchens blickten wir hinunter auf Bad Tölz – ein Moment zum Durchatmen, bevor die Reise wirklich Fahrt aufnahm.




Der Unimog stand währenddessen still und unscheinbar am Straßenrand. Noch sauber, noch unversehrt. Damals ahnten wir nicht, wie oft genau solche Halterungen später mehr als nur theoretische Bedeutung bekommen würden.
