Die D400 ist keine Straße, die man einfach benutzt. Sie ist eine, die man erlebt. Über weite Strecken folgt sie der türkischen Mittelmeerküste, schmiegt sich an Felsen, windet sich durch Täler und eröffnet immer wieder Blicke, bei denen man instinktiv langsamer fährt.
Historisch war diese Route schon lange vor dem Asphalt von Bedeutung. Handelswege verbanden hier Küstenstädte, Häfen und das bergige Hinterland. Die heutige Straße folgt diesen alten Linien, nur mit moderner Technik und gelegentlich überraschend steilen Abschnitten.
Für ein Fahrzeug wie den Unimog ist die D400 ein Wechselspiel: flüssige Passagen wechseln sich mit langen Steigungen, engen Kurven und abrupten Höhenwechseln ab. Für den Fahrer bedeutet das Aufmerksamkeit, für den Motor Arbeit.
Gleichzeitig ist die D400 eine Bühne. Kleine Dörfer, Fischerboote in tiefen Buchten, Gewächshäuser, steile Felswände – alles zieht vorbei, ohne inszeniert zu wirken. Man fährt nicht durch eine Landschaft, man fährt in ihr.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Schönheit und Anspruch, die der Straße ihren Charakter verleiht. Und vielleicht war es kein Zufall, dass gerade hier der Unimog erneut beschloss, sich bemerkbar zu machen.
In Kaş legten wir einen längeren Stopp ein. Ein lebendiges, sympathisches Städtchen mit kleinen Gassen, Cafés, Geschäften. Sightseeing, Einkaufen, Kebab essen – ganz banal und genau richtig.
Kaş: Zwischen Hafenstadt und Alltag
Kaş ist einer dieser Orte, die man leicht unterschätzt, wenn man nur hindurchfährt. Von der Küstenstraße aus wirkt es fast unscheinbar. Erst beim Anhalten und Durchstreifen der Gassen entfaltet die Stadt ihren Charme.
Ursprünglich ebenfalls eine lykische Siedlung – damals unter dem Namen Antiphellos – entwickelte sich Kaş über Jahrhunderte zu einer kleinen, aber strategisch wichtigen Hafenstadt. Die Spuren dieser Zeit finden sich heute eher beiläufig: ein antikes Theater über dem Meer, verstreute Sarkophage zwischen modernen Häusern, Mauerreste, die Teil des Alltags geworden sind.
Heute lebt Kaş von einer Mischung aus Tourismus, Handwerk und ganz normalem Leben. Kleine Läden, Cafés, Märkte – nichts wirkt überinszeniert. Man schlendert, bleibt stehen, isst Kebab, kauft ein, schaut aufs Wasser. Genau diese Selbstverständlichkeit macht den Ort so angenehm.
Nach den vergangenen Tagen fühlte sich das fast wie Urlaub an.








Für uns war Kaş ein kurzer Moment von Normalität zwischen all den intensiven Eindrücken zuvor. Der Unimog parkte geduldig am Rand, während wir uns durch den Ort treiben ließen. Vielleicht war es gerade diese Pause, die später das folgende Technik-Drama umso deutlicher hervortreten ließ.
