Von Riva Nach Rila

Schlechtes Wetter kann zermürben. Sturm und endloser Regen begleiteten uns, und mit ihnen der Matsch – überall. Dicke, schwere Lehmklumpen klebten nicht nur außen am Unimog, sondern fanden auch ihren Weg nach innen. Nichts blieb sauber. Gar nichts.

Wir standen fast eine Woche frei, direkt am Meer. Eigentlich ein Traumplatz – wären da nicht Wind, Nässe und Erkältungen gewesen. Also taten wir das einzig Richtige: Wir hielten inne. Kurierten uns aus. Ließen Zeit Zeit sein.

Irgendwann kam dieser Moment: das tiefe Bedürfnis nach Ordnung. Nach Sauberkeit. Nach einem echten Reset – innen wie außen, beim Fahrzeug wie bei uns selbst.

Unser Weg führte uns zum Masuk Camping in Riva, Türkei, mitten im Ort gelegen. Und plötzlich war alles da, was wir so dringend brauchten: Waschplätze für Teile des Unimogs, Waschmaschine und Trockner für Berge von Wäsche und Decken – sogar die Möglichkeit, das Fahrzeug von außen gründlich zu reinigen. Luxus auf Reiseart.

Vier Tage blieben wir. Vier Tage Putzen, Aufräumen, Durchatmen. Danach fühlten wir uns wieder klarer, leichter, bereit für den nächsten Abschnitt.

Gestärkt fuhren wir weiter Richtung Rila, Bulgarien. Diese Strecke kannten wir bereits – 2023 hatten wir sie schon einmal befahren. Damals wollten wir das berühmte Rila-Kloster besuchen, doch ein überflutetes Tal machte uns einen Strich durch die Rechnung. Das Leben hatte andere Pläne.

Dieses Mal meinte es das Schicksal gut mit uns. Zwei Tage verbrachten wir auf dem Parkplatz hinter dem Kloster – ruhig, fast ehrfürchtig. Der Kirchenraum selbst lässt sich nicht fotografieren. Vielleicht ist genau das richtig so. Stattdessen kaufte ich ein Buch und fotografierte daraus einige Seiten – Eindrücke, die ihr in den Bildern sehen könnt.

Wir haben viele Klöster und Kirchen gesehen. Wirklich viele. Doch dieses hier ist anders. Die Wandmalereien sind überwältigend, aber es sind vor allem die feinen Goldschmiedearbeiten, die einen nicht mehr loslassen. Still, präzise, voller Geschichte.

Auch der Ort Rila selbst hat seinen eigenen Zauber. Kurz vor der Autobahnauffahrt entdeckten wir einen festen Flohmarkt – ein Ort, der lebt. Der Besitzer: eine Persönlichkeit, wie man sie nicht erfindet. Eigenwillig, herzlich, präsent. Wir danken ihm von Herzen für seine freundliche Genehmigung, alles fotografieren zu dürfen.

Manche Orte bleiben, weil sie schön sind.
Andere, weil Menschen sie besonders machen.

Riva Türkei

Kloster Rila Bulgarien

Rila Bulgarien

Zwischen Rila und Autobahn

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